Geschichte im Überblick

1230: Erste urkundlich Erwähnung von Haus Clörath, Sitz der Sippe von Clörland.

1386: Erste Erwähnung der Clörather Mühle. Ein Gieselbert von Knoerlant (Kloerlant?) zahlt Abgaben in Höhe von 20 Maltern Hafer und 20 Maltern Korn an die Kellnerei Liedberg.

1584: Ludwig von Danwitz von der Lipp ist Kommandant und Statthalter zu Clörath. Am 23. Juni 1584 stirbt ein Herr „Bemmelsberg zu Cloeradt“. Ein Hauptmann Carl von Honseler nimmt im Verlauf des Truchsessischen Kriegs (1583 bis 1588) am 24. Juni des Jahres Haus Clörath ein, da seine Frau Arnolda von Brempt erbberechtigt ist. Honseler schafft später 2 Geschütze aus kurkölnischem Bestand von Linn nach Clörath, die noch 1609 dort gestanden haben sollen.

1585: Scharmützel vor Clörath am 27. Februar

1586: In der Nacht vom 7. zum 8. Juni plündern Soldaten aus Linn, Kollenburg (Willich) und Clörath das Dorf Anrath

1642: Clörath wird im Dreißigjährigen Krieg von französischen, hessischen und weimarischen Truppen geplündert, das Haus brennt ab und wird später wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt das älteste erhaltene Gebäude, der Marstall.

1669: Clörath ist ein „zur Hälfte steuerfreies adeliges Rittergut im Erzstift Köln“, die Größe wird 1672 mit 82,5 Morgen Acker angegeben.

1693: Haus Clörath geht in den Besitz der Grafen von Virmond. Es beginnen umfangreiche Bauarbeiten (bis 1718)

1715: Das Wohnhaus wird direkt neben der Mühle errichtet. Es soll einer Witwe der Grafen von Virmond als Alterssitz dienen.

1744: Mit dem Tod von Ambrosius Franz Friedrich Christian Adalbert Graf von Virmond stirbt das Geschlecht Virmond-Neersen aus, sein Besitz und damit auch Clörath fallen an Kurköln. Maria Elisabeth, die Witwe des Grafen, streitet vor Gericht mit dem Erzbischof um den Besitz, bis sie 1763 gegen Zahlung von 110.000 Gulden auf Neersen und Anrath gegenüber den Kurfürsten von Köln verzichtet. In den Archiven sind übrigens zahllose Zivilprozesse der Virmonds über Generationen hinweg dokumentiert. Es ging um Erbschaften, Versorgungsansprüche, Grundbesitz etc.

1752: Im Februar wird in der Niers eine Leiche gefunden. Wegen der Grenzlage kommt es zwischen den kurkölnischen Ämtern Oedt und Liedberg.zum Streit über die Zuständigkeit.

1754: Bei einer Taxierung wird die Größe des Anwesens mit 100 Morgen angegeben, der Wert auf 24.550 Reichstaler abzgl. 5.800 Reichstaler Lasten, Pachten und Simpeln festgesetzt.

23. Juni 1758: Schlacht bei Krefeld zwischen preußischen und französichen Truppen im Verlauf des siebenjährigen Kriegs. Truppen lagern ganz in der Nähe bei Anrath, aber ob Clörath betroffen war, ist nicht bekannt.

1793:  Preußische und österreichische Truppen lagern bei Clörath und schlagen eine Brücke über die Niers.

1794: Französische Truppen besetzen am 9. Oktober Clörath, schlagen eine Brücke und überqueren die Niers. Am folgenden Tag lagert die 15.000 Mann starke Brigade Bernadotte bei Clörath. Um diese Zeit muss das Haus Clörath zerstört worden oder verfallen sein.

um 1805: Bau von Kornmühle und Wohnhaus

1831: Bau der Scheune

1850: Mit 224 Morgen Land ist Clörath landtagsfähig.

1880: Eigentümer wird Freiherr von Twickel aus Münster.

1900: Größe des Anwesens 240 Morgen

Ansichtskarte von Anfang des 20. Jhdt., Blick von Süd auf Scheune, Marstall und Kornmühle.

1929: Die Niers wird begradigt, der Mühlenbetrieb wird einige Jahr später eingestellt. Letzter Mühlenpächter war Müller Oskar Weschmann. Die Mühle verfällt.

1951: Die aus Westfalen stammende Familie Brüse pachtet den Hof von den Freiherren von Twickel und nutzt ihn landwirtschaftlich, zuletzt mit einer Bullenmast.

1972: Nach weiteren Besitzerwechseln stehen die Gebäude vor dem Verfall, die Ölmühle wird abgerissen, die Landwirtschaft eingestellt. Die heutige Eigentümerfamilie erwirbt das Anwesen und beginnt mit der Sanierung.

1985: Die gesamte Anlage wird unter Denkmalschutz gestellt.

1990: Kornmühle und Wohnhaus von 1706 werden saniert.

1991: Das Saalbruch, an dessen Rand die Mühle liegt, wird unter Naturschutz gestellt.

1993: Beginn der „Sommergalerie Clörather Mühle“. In den Sommermonaten finden Kunstausstellungen in der Mühle und auf dem Außengelände statt.

2001: Die Ruine von Haus Clörath, die jetzt dem Kreis Viersen gehört, wird zum Bodendenkmal erklärt, aber weiter dem Verfall überlassen. Das umliegende Gelände wird ebenfalls Bodendenkmal.

Die Perspektive der Ansichtskarte heute.

2002: Der Kreis legt Blänken im Verlauf des ehemaligen Niersbettes an. Beim Ausbaggern wird eine Wehranlage aus dem 18. Jhdt. entdeckt, kartographiert und mangels Geld wieder zugeschüttet. Auch zahlreiche archäologische Funde werden gemacht. Eine Ausstellung in der Scheune der Clörather Mühle dokumentiert die Arbeiten und die Funde.

2006: Erste „Kleine Hofmusik“: Klassische Musik und Dichterlesung im Innenhof der Clörather Mühle.

2007: Der Kreis stellt eine Skulptur der Kaarster Künstlerin Elke Beyer in den Wiesen nahe der Clörather Mühle auf.